ÖBB-Infrastruktur Logo

Mauli am Ziel: Weltrekord!

Der erste Tunneldurchschlag im Koralmtunnel ist geschafft! Zum ersten Mal gibt es eine direkte Verbindung zwischen der Steiermark und Kärnten durch die Koralpe.

Tunneldurchschlag Koralm am 14. August 2018

Rückblick auf das ÖBB Koralmtunnel-Durchschlagsfest

Es war eine lange und beschwerliche Reise: Mehr als 17 Kilometer hat sich die Tunnelbohrmaschine Mauli 1 von der Steiermark aus durch die Koralpe bis zum Durchschlag vorgearbeitet. Das bedeutet nicht nur die erste durchgehende Verbindung im Koralmtunnel, sondern auch Weltrekord für die längsten Vortriebsleistungen unter diesen Bedingungen. Genau genommen 17.127 und 17.145 Meter haben die beiden Tunnelbohrer Mauli 1 (Südröhre) und Mauli 2 (Nordröhre) fast parallel zurückgelegt – bis zu 1.200 Meter unter dem Gipfelkreuz und durch hartnäckige Störzonen hindurch.

KORALMBAHN-TV

im Inneren einer Tunnelbohrmaschine

Ein wahrer Kraftakt

Immerhin galt es auf den letzten Kilometern außergewöhnliche Umstände im kristallinen Gebirgsabschnitt zu meistern. Mehrmals mussten die Megabohrer händisch freigelegt und wieder flottgemacht werden. Ein wahrer Kraftakt – sowohl für die Mineure im Berg, als auch für die Ingenieure, die hier ihre ganze Erfahrung und Kreativität gezeigt haben.

Tunnelbohrmaschine von oben

Nach dem Durchschlag ist vor dem Durchschlag.

Gestartet sind die beiden PS-Giganten im Jänner und März 2013 vom steirischen Leibenfeld aus, nachdem sie zuvor in Einzelteilen in einen riesigen Schacht gehievt und unter Tage zusammengebaut wurden. Mauli 2 in der Nordröhre hat seine Dienstreise bereits Anfang des Jahres planmäßig beendet und wurde anschließend abgebaut. Die hier noch verbleibenden Kilometer bis zum zweiten Tunneldurchschlag übernimmt „Kora“, jener Tunnelbohrer der 2015 vom Kärntner Lavanttal aus gestartet ist. Und während von Kärnten aus eifrig weitergegraben wird, entsteht auf steirischer Seite bereits der Innenausbau.

Systemgrafik des Koralmtunnels.

Fabriken im Berg

Tunnelbohrmaschinen sind bis zu 200 Meter lange Fabriken im Berg. Das schwerste Teil, der Hauptantrieb, bringt stolze 200 Tonnen auf die Waage. Insgesamt wiegt eine Maschine rund 2.500 Tonnen. Mit ihren knapp 10.000 PS brechen sie nicht nur Erdmaterial aus dem Berg, sondern kleiden den Tunnel gleichzeitig mit Stahlbetonfertigteilen aus – so genannte Tübbinge.

Nur 45 Minuten dauert künftig eine Fahrt von Graz nach Klagenfurt. Also eine TV-Folge von der Lieblingsserie ansehen – und schon ist man vom Uhrturm am Wörthersee. Der Koralmtunnel macht es möglich. Mit 33 Kilometern wird er der sechstlängste Eisenbahntunnel der Welt. Und auch sonst sind die Zahlen beeindruckend.

Zahlen & Fakten

    • 33 km Länge
    • 10 m Durchmesser
    • 2 eingleisige Röhren
    • Alle 500 m Querschläge
    • 250 km/h mögliche Höchstgeschwindigkeit
    • 25-50 m Abstand der Tunnelröhren zueinander
    • 1.200 m maximale Überlagerung
    • 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
    • 3 Tunnelbohrmaschinen mit jeweils rd. 10.000 PS
    • 160.000 Tübbinge (Betonteile zur Auskleidung)
    • Ca. 90 Gleiskilometer Stollenbahn
    • Mehr als 30 Stollenbahn-Loks
    • 6 Millionen m³ Ausbruchsmaterial (= 2 Cheops Pyramiden)
    • 900 m lange Nothaltestelle
Bohrschild der Tunnelbohrmaschine Mauli 1 beim Start.

Von den Probebohrungen bis zum Durchschlag

Der Tunnelbau gilt als eine der anspruchsvollsten Herausforderungen der Ingenieurskunst. Die Chronik des Koralmtunnels zeigt den Aufwand und das Know-how hinter dem Megaprojekt. Der Bau ist in drei Hauptabschnitte unterteilt – KAT1, KAT2 und KAT3.

Symbolbild Presseinformationen

Aktuelle Presse
zur Koralmbahn

Symbolbild Videos

Mediengalerie
Koralmbahn

Tunnelarbeiten bei der Koralm.

Rund um den Bau
Koralmbahn

Blick auf die Draubrücke mit dem Schriftzug des Online Magazins Südstrecke.

Südstrecke
Unsere Großprojekte