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Ausbildung zur:zum Fahrdienstleiter:in
Filmaufnahmen, Sprecher, Musik im HintergrundHallo, mein Name ist Lukas und mein Name ist Magnus und wir sind Fahrdienstleiter
bei den ÖBB. Für den Beruf Fahrdienstleiter hab ich mich deswegen entschieden, weil mir das ganze Betriebliche was im Hintergrund passiert, dass ein Zug überhaupt fahren kann, schon immer interessiert hat. Ich wollte schon als Kind zur Eisenbahn und das war in meinen Augen die beste Grundausbildung. Der Start in die Ausbildung, der erste Tag war recht spannend. Man trifft sehr viele neue Menschen, wo man weiß mit denen verbringt man die nächsten sechs, sieben Monate gemeinsam und zuerst war natürlich viel Organisatorisches. Dann hat man mal einen groben Überblick bekommen, wie die nächsten Tage ausschauen, wie die Ausbildung generell ablaufen wird und ist so langsam auf das vorbereitet worden.
Nach einer Kennenlernwoche geht es in die Paragraph 23 Ausbildung, in der man die absoluten Grundlagen des Betriebsdienstes und generell des Eisenbahnbetriebes kennenlernt. In der BASS/BASS Ausbildung im Kombimodul lernt man die gesamten betrieblichen Grundlagen. Auf gut Deutsch - Wie funktioniert die Eisenbahn? Was braucht es damit Zug- und Verschubfahren abgewickelt werden können? Was gibt es draußen für Anlagen? Die verschiedensten Signale. Man lernt außerdem sehr viel Technik. Man lernt Bahnstrom kennen, man lernt, wie man eine Oberleitung erdet und auch, wie man ortsbediente Weichen bedient, wie man Weichen umkurbelt oder umstellt mit einem Stellgewicht. Und anschließend hat man schon die ersten Kontakte mit dem ersten Stellwerk, mit dem 5007. Also neben den Modellübungen, die man an einer Modellanlage mit einem richtigen Stellwerk regelmäßig macht, gibt es auch ein Praktikum, wo man einem Fahrdienstleiter Assistenten über die Schulter schauen kann und sehen kann, wie alles wirklich in echt abläuft. Während dieser Ausbildungsphase im Kombimodul BASS/FASS hat man jede Woche schon am Freitag eine kleine Lernzielkontrolle, wo immer der Wissenstand überprüft wird. Am Abschluss von diesem Kombimodul gibt es zwei Prüfungen. Bei der BASS Prüfung geht es hauptsächlich ums Betriebliche. Die ganzen betrieblichen Grundlagen, was man gelernt hat, werden da theoretisch abgefragt und bei der FASS Ausbildung ist es schon mehr praktisch, wo man bei der Prüfung unten am Stellwerk geprüft wird, ob man die richtigen Handlungen setzt. Und vor diesen zwei Prüfungen ist uns Bescheid gegeben worden, wer für die BFZ vorgesehen ist und wer für den Bahnhof auf der Fläche vorgesehen ist. Ich bin nach der BASS/FASS Ausbildung in das BF4 Modul gekommen. Das bedeutet, ich wurde zum Fahrdienstleiter vor Ort ausgebildet. Wir haben sehr vertiefend weiterhin Technik gelernt. Wir haben Bahnstrom noch sehr vertieft und haben unter anderem auch drei Stellwerke kennengelernt, an denen wir Regelbetrieb, Abweichungsbetrieb und Störbetrieb durchgenommen haben. Für mich ist es weitergegangen nach der BASS/FASS Prüfung im BF5 Modul, sprich BFZ Fahrdienstleiter. Da ist man vom ersten Tag an auf der Anlage, also auf dem neuen Stellwerk, das einzige was man in dem Modul lernt. Am Anfang ist dann einmal ein Regelbetrieb - wie kommt ein Zug von A nach B - dann gibt es den Abweichungsbetrieb. Was macht man bei Verzögerungen? Und zum Schluss gibt es noch den Störungsbetrieb. Die Prüfung zum Fahrdienstleiter war in meinem Modul eine Mischung aus theoretischer und praktischer Prüfung auf der Simulationsanlage. Man bekommt zuerst einmal ein paar theoretische Fragen gestellt, die man durchspricht und im Anschluss einige Beispiele auf der Simulationsanlage, wo ein Tag im Leben von einem BFZ Fahrdienstleiter simuliert wird, sprich angefangen vom Regelbetrieb über den Ausbildungsbetrieb bis hin zu Störungen, die man dort abarbeiten muss. Es beginnt mit einer schriftlichen Gesamtwiederholung, in der der gesamte
Stoff des Fahrdienstleiter und auch Fahrdienstleiterassistenten und Betriebsassistenten Moduls wiederholt wird und anschließend, einen Tag oder mehrere Tage später hat man eine praktische Prüfung, bei der man eine Störung an einem Stellwerk durcharbeiten muss und am Ende hat man noch eine mündliche Prüfung, bei der man einige Themen noch vertiefend aufarbeitet. Nach dem Abschluss der Prüfung wurde mir sehr schnell mitgeteilt, dass ich die Prüfung bestanden habe und ich habe auch ein entsprechendes Zeugnis bekommen und später habe ich dann im Rahmen einer Vereidigung gemeinsam mit meinen Kurskollegen, auch denen, die in das BFZ Modul gekommen sind, die rote Kappe übergeben bekommen. Der erste Tag als Fahrdienstleiter in der BFZ war sehr interessant. Es wird einem erst einmal die Betriebsführungszentrale gezeigt. Wo sitzt wer, wo ist dein Platz, in welchem Stellbereich kommst du überhaupt dann als Fahrdienstleiter und dann hat man natürlich auch eine Einschulung mit einem erfahrenen Kollegen. Die dauert ungefähr 15, 16 Schichten, wo man quasi zu zweit sitzt, aber selbstständig arbeiten darf. Der Kollege schaut dir über die Schulter und dann gibt es eine sogenannte Verwendungsprüfung mit dem Betriebsmanager, wo du dann auch unterschreibst, dass du dich fit genug fühlst, dass du alleine in dem Bereich arbeitest. Also mein erster Tag am Bahnhof nach der Ausbildung war sehr aufregend. Man beginnt ja mit einer Einschulung. Man darf nicht sofort alleine am Bahnhof arbeiten. Aber es ist natürlich ein tolles Gefühl, wenn man dann mit der Uniform und der Kappe im Gepäck am Bahnhof ankommt und zum ersten Mal als geprüfter Fahrdienstleiter in einer Fahrdienstleitung sein darf. Das war ein wirklich toller Tag! Also ich glaube, es beginnt und endet mit Verantwortungsbewusstsein. Als Fahrdienstleiter ist man für sehr, sehr, sehr viele Menschenleben verantwortlich, auch an kleineren Bahnhöfen. Und man muss das wirklich ernst nehmen. Die Regelwerke sind nicht nur da, weil es Spaß macht, sondern weil es wirklich sicherheitsrelevant ist. Als Fahrdienstleiter sollte man auf jeden Fall ein hohes Verantwortungs-
und Sicherheitsbewusstsein haben. Man sollte stressresistent sein. Aber es gibt schöne Schichten, es gibt anstrengende Schichten, aber am Anfang von der Ausbildung dran bleiben. Es lohnt sich!
Ausbildung zur:zum Fahrdienstleiter:in
Die Ausbildung zum Fahrdienstleiter bei den ÖBB verbindet theoretische Grundlagen, technische Inhalte und praktische Übungen an modernen Stellwerken. Nach den Prüfungen folgt eine intensive Einschulung am Einsatzort, bevor die volle Verantwortung im Bahnbetrieb übernommen wird. Der Beruf erfordert hohe Sicherheits- und Verantwortungsbereitschaft.