Kraftwerk Spullersee

Das von den ÖBB in den Jahren 1919 bis 1925 als Bahnstromkraftwerk errichtete Kraftwerk Spullersee steht derzeit inmitten eines seiner größten Umbauvorhaben in seiner rund 100-jährigen Geschichte. Durch die Modernisierung soll auch künftig eine effiziente Erzeugung von umweltfreundlichem Bahnstrom für eine nachhaltige Mobilität sichergestellt werden.

Panorama Spullersee

100 % österreichische erneuerbare Energie

Durch seine bauliche Auslegung ist das Kraftwerk in der Lage, gemeinsam mit dem Kraftwerk Braz die Bahnstromversorgung in ganz Vorarlberg bei Bedarf sicherzustellen. Es kann Lastspitzen aus dem Bahnstromnetz ausregeln, und es dient der Stabilität des ÖBB Stromnetzes. Das Kraftwerk Spullersee produziert also nicht nur 100% österreichische erneuerbare Energie, sondern fungiert auch als Motor für die regionale Wirtschaft.

Daten & Fakten

    • Leistung 36 MW
    • Ort: Lechquellengebirge, Vorarlberg
    • In Bau, Inbetriebnahme 2021
    • Projektdauer circa 2 Jahre
    • Bahnstrom 16,7-Hz

Bauablauf

Um die Optimierung des Werks so effizient wie möglich durchführen zu können, wurden bereits seit Herbst 2019 zahlreiche Vorbereitungsmaßnahmen umgesetzt. Unter anderem wurde ein Erschließungstunnel hergestellt, um die in die Jahre gekommenen Druckrohrleitungen in Folge austauschen zu können. Zudem wurden die Stützen für eine Materialseilbahn, die für den Bau benötigt wird, aufgestellt und eine Schutzeinhausung für die Arlbergbahnstrecke eingerichtet. Neben weiteren kleinräumigen Sanierungsmaßnahmen folgte dann im Jänner 2020 die behördlich vorgeschriebene Seeentleerung. Im Sommer 2020 starteten die Hauptbaumaßnahmen. Der Fokus liegt dabei auf dem Neubau des Stollenrohrs sowie auf dem Abbau der bestehenden Druckrohrleitungen zum Krafthaus. Diese werden durch ein in der Erde verlegtes, künftig nicht mehr sichtbares Druckrohr ersetzt. Diese Arbeiten sind höchst herausfordernd, da die Arbeiten im bis zu 40° steilen, unzugänglichen Gelände durchgeführt werden müssen. Mehrere Meter Schnee und Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt sind hier für die Spezialisten an der Tagesordnung.

Die Arbeiten an der Druckrohrleitung sollen bis im Frühjahr 2021 abgeschlossen sein. Im Anschluss daran geht das Kraftwerk Spullersee mit 36 MW Ausbauleistung – entspricht der ursprünglichen Leistung des Kraftwerks – in den Probebetrieb.

Gewinn für die Region

Der Ausbau der Kraftwerksanlage Spullersee ist nicht nur ein Gewinn für den Klimaschutz, sondern auch ein Gewinn für die Wirtschaft in Tirol und Vorarlberg. Durch die Beileitung Ost entstehen in diesen beiden Bundesländern bis zu 40 neue Arbeitsplätze. Außerdem bringen die Umbauarbeiten eine direkte Wertschöpfung von 16 Mio. Euro. Dieses Geld bleibt in der Region.