GSM-R - das aktuelle Zugfunksystem
Als Teil des ERTMS (European Rail Traffic Management System) bildet GSM-R als Zugfunksystem und Trägernetz für die mobile Datenkommunikation gemeinsam mit dem europäischen Zugbeeinflussungssystem ETCS (European Train Control System) die Basis für einen pünktlichen und sicheren Eisenbahnbetrieb. Zusätzlich dient GSM-R zur mobilen Sprachkommunikation, z.B. zwischen Fahrdienstleiter:in und Triebfahrzeugführer:in und zu weiteren bahnspezifischen Services, wie z.B. der Wartung und Instandhaltung oder dem Automatischen Rottenwarnsystem bei Streckenarbeiten. Aktuell sind rund 4.000 Kilometer Strecke mit GSM-R versorgt.
FRMCS - Zugfunk der Zukunft
Die bevorstehende Obsoleszenz von GSM-R führt bereits heute zur Verknappung von Systemkomponenten und Endgeräten. Zudem ist bereits absehbar, dass GSM-R im Hinblick auf die fortschreitende Digitalisierung im Bahnbetrieb, z.B. bei Automatic Train Operation (ATO), Anforderungen in Bezug auf Datenraten, Kapazität und Latenzzeiten zukünftig nicht mehr erfüllen kann. Um dem Rechnung zu tragen, wurde auf europäischer Ebene das Projekt Future Railway Mobile Communication System (FRMCS) als Nachfolgesystem von GSM-R auf Basis der 5G-Technologie initiiert. Die ÖBB-Infrastruktur treibt die Einführung von FRMCS bereits aktiv voran.
Pilotierung von FRMCS bis 2030
Beginnend mit den TEN-T Korridorstrecken ist ein mehrphasiger streckenbasierter Rollout der dezentralen Funkstandorte geplant. Dabei wird der Rollout von FRMCS und das Ausphasen von GSM-R aufeinander abgestimmt.
Nach aktuellem Planungsstand wird von einem zeitlich befristeten Parallelbetrieb beider Technologien bis zur Außerbetriebnahme von GSM-R ausgegangen, welche gegenwärtig spätestens für 2035 vorgesehen ist.
Betriebsfunk - DMR statt Bündelfunk
Aufgrund der stetig steigenden Anforderungen an die Konnektivität im Zuge der Digitalisierung des Bahnbetriebs erfolgt aktuell die Modernisierung des Betriebsfunks (vorwiegend Verschubfunk) vom analogen Bündelfunk auf das digitale Funksystem DMR (Digital Mobile Radio nach ETSI-Standard). Bei der Umsetzung des Projekts werden rund 500 ortsfeste Funkanlagen neu errichtet, und es erfolgt der Austausch von ca. 3.000 mobilen Endgeräten.
Ausbau öffentlicher Mobilfunk
- Die ÖBB INFRA und österreichische Mobilfunknetzbetreiber haben die Mobilfunknetzabdeckung von rund 1.500 km der wichtigsten Bahnstrecken Österreichs wesentlich verbessert.
- Dabei wurde die Mobilfunknetzabdeckung entlang der Hauptstrecken und der S-Bahn-Strecken im Großraum Wien und in den Bundesländern fertiggestellt.
- Mittelfristig ist geplant, bis 2033 zusätzliche Strecken kooperativ auszubauen und auch die Modernisierung neuer und bereits versorgter Strecken mit 5G-Mobilfunk auf einer Länge von insgesamt rund 3.300 km umzusetzen.
- Von einer guten öffentlichen Mobilfunkversorgung profitieren sowohl die Kund:innen der Bahn als auch die Bahn selbst, da über diese auch betriebliche Anwendungen bereitgestellt werden.