Entsiegeln, begrünen, weiterdenken
Dabei setzt die ÖBB-Infrastruktur auf konkrete Maßnahmen für einen ressourcenschonenderen Umbau: Bestehende Infrastruktur wird erhalten und weitergenutzt, versiegelte Flächen werden reduziert und Lösungen für Klimaanpassung und Ressourcenschonung kommen zum Einsatz.
Mit dem Umbau entsteht eine attraktive Haltestelle für die Fahrgäste von morgen. Das Projekt verbindet Barrierefreiheit, Bestandserhalt, Entsiegelung und Klimaanpassung. Die Haltestelle ist Teil der laufenden Investitionen in die Bahnhöfe und Haltestellen im Rheintal-Walgau-Raum. Die Bauarbeiten sollen Ende 2026 abgeschlossen sein.
Ihre Vorteile
- Vollständig barrierefreier Zugang zur Bahn
- Erhalt und Weiterverwendung bestehender Infrastruktur
- Schwammstadt-Prinzip zur Verbesserung des lokalen Mikroklimas
- Entsiegelung von Flächen und Förderung der Versickerung
- Nachhaltiger Holzbau bei neuen Bauwerken
- Einsatz ausgewählter Baustoffe mit geringerer CO₂-Bilanz, sofern durch Produktdaten belegbar
Besonderheiten
Ressourcenschonung und Bestandserhalt
Die Modernisierung der Haltestelle Klaus verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Statt bestehende Anlagen vollständig abzureißen und neu zu errichten, wird bewusst auf den Erhalt vorhandener Strukturen gesetzt.
Durch den verantwortungsvollen Umgang mit bestehenden Bauwerken können Ressourcen geschont und graue Energie erhalten werden. Gleichzeitig entsteht eine moderne Haltestelle, die den Anforderungen an einen leistungsfähigen öffentlichen Verkehr gerecht wird. Der Erhalt des Bestands zeigt, dass Bestandserhalt, Modernisierung und Ressourcenschonung in diesem Projekt zusammengedacht werden.
Schwammstadt: Klimafit für die Zukunft
Ein besonderes Merkmal des Projekts ist die Umsetzung von Schwammstadt-Prinzipien. Dabei werden Flächen so gestaltet, dass Regenwasser möglichst lange vor Ort gespeichert, aufgenommen und wieder abgegeben werden kann.
Das trägt dazu bei,
- Hitzeinseln zu reduzieren,
- das lokale Mikroklima zu verbessern,
- die Vegetation zu stärken und
- die Kanalisation bei Starkregenereignissen zu entlasten.
Die Haltestelle Klaus wird damit nicht nur ein Verkehrsknotenpunkt. Sie zeigt auch, wie Infrastrukturprojekte mit konkreten Klimaanpassungsmaßnahmen auf Starkregen und Hitze reagieren können.
Mehr Grün durch Entsiegelung
Wo immer möglich werden versiegelte Flächen reduziert und durch begrünte beziehungsweise wasserdurchlässige Bereiche ersetzt.
Die Entsiegelung verbessert die Versickerung von Niederschlagswasser und erhöht die Aufenthaltsqualität rund um die Haltestelle. Gleichzeitig entstehen neue Grünflächen, die den Standort aufwerten.
Holz als Baustoff
Bei den neuen Bauwerken kommt der Baustoff Holz zum Einsatz. Holz kann bei geeigneter Herkunft und Verarbeitung zur Ressourcenschonung beitragen und fügt sich in das Ortsbild von Klaus ein. Gleichzeitig unterstützt die Bauweise die geplanten Maßnahmen zur Ressourcenschonung im Projekt.
Klimabeton im Einsatz
Bei der Modernisierung werden auch ausgewählte Baustoffe eingesetzt, die zu einer geringeren CO₂-Bilanz beitragen können. Dazu zählt Klimabeton mit technischem Kohlenstoff. Ein Prüfbericht zum Einsatz von Klimabeton beim Technikgebäude am Bahnhof Bregenz zeigt, dass damit im untersuchten Anwendungsfall gegenüber vergleichbarem Standardbeton CO₂-Äquivalente eingespart werden konnten. Die genauen Ergebnisse und Annahmen sind im Prüfbericht nachzulesen, der als Download zur Verfügung steht.
Barrierefrei unterwegs
Neben den Maßnahmen zur Ressourcenschonung steht der Mensch im Mittelpunkt des Projekts. Die Haltestelle wird umfassend barrierefrei ausgebaut. Moderne Zugänge, kurze Wege und eine verbesserte Orientierung sorgen künftig für mehr Komfort im täglichen Bahnverkehr.
Nachnutzung des Bestandsgebäudes
Das ehemalige kleine Bahnhofsgebäude im Stil der Nachkriegsmoderne bleibt erhalten und wird nachgenutzt. Nach Fertigstellung der Bauarbeiten zieht dort eine Kaffeerösterei mit kleinem Tagescafé ein.